Der Bericht sowie die Bilder meiner USA2009-Ferien sind mir derart wichtig, dass sie in einem separaten Menu-Punkt erscheinen!

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Fritz

Die Erlebnisse zwischen dem 31.8. und 5.9.09 sowie 13.-24.9.09 sind leider einem Datenverlust zum Opfer gefallen.

Dank Yvonne Zollinger folgt hier ein Teil meines Originalberichtes. Yvonne war selber im Mai 09 in San Diego und hat ihrer Cousine den nachfolgenden Teil herauskopiert. Herzlichen Dank Yvonne für deine unbewusste Rettungsaktion!

Freitag, 28. August 09

Um 04:15 Abfahrt per Taxi zum Flughafen. Wollte zunächst an der Maschine einchecken, was aber offenbar erst ab 5 Uhr funktioniert. Dann bei einer netten Bündnerin eingecheckt, die mich sogar nachher beim Gate draussen noch danach fragte, ob ich einen Rückflug hätte. Negativ aufgefallen: ein miesmutiger Grenzbeamter, der mich nicht einmal anschaute und als ich stehen blieb, nur knurrte  „uf Wiederluege“.

Auf dem Flug ein junges CH-Pärchen neben mir, die auf der Reise nach San Francisco waren. Sie seien eben von einer Reise durch Japan zurückgekommen. Jetzt seien sie unterwegs zu einem grossen Treffen in der Wüste. Wenn ich es recht verstanden habe, versammeln sich dort unzählige junge Leute mit dem Ziel, Kunst zu erleben.

In London ein Riesenflughafen – habe dort erst mal Zmorge gegessen.  Dann vier Stunden später ist der Flug nach Dallas bereit. Im Flugzeug müssen wir allerdings eine halbe Stunde warten, bis sich das Flug bewegt – offenbar herrscht reger Verkehr. Dann endlich kommt der Abflug und von nun an sind wir 10 Stunden unterwegs – ein sehr angenehmer Flug, abgesehen von meinem Nachbar vor mir, der leider fast immer die Sitzlehne zurückstellt. Nun, endlich landen wir dann planmässig in Dallas. Dort nehmen die Ankunftsformalitäten sehr lange Zeit in Anspruch – aber die Leute sind alle sehr nett. Dann die Koffer geschnappt und weiter zum Bus, der mich zu den Autovermietungen mitnimmt. Bei Alamo ist ein sehr netter Schwarzer, der mit die nächsthöhere Kategorie von Auto empfiehlt. Ich bin müde und fahre mit dem GPS los, welches allerdings zunächst nicht zu funktionieren scheint. Nun, nochmals herunterfahren und neu starten (hilft schliesslich bei allen Computern) und dann bin ich nach kurzer Zeit vor dem Haus von Stettlers, einem wundervollen Landhaus, ja einer Villa würde man in der Schweiz sagen.

Ich werde von Josy und Hans liebevoll empfangen, bewirtet und sinke dann früh ins Bett.

Samstag, 29. August 2009

Ich schlafe wunderbar und tief und stehe gegen 9 Uhr Ortszeit (Schweiz = 16 Uhr) auf.  Ein amerikanisches  Frühstück mit scrambeld eggs bringt mich in gute Stimmung. Anschliessend machen wir eine gemütliche Fahrt durch Grapevine und zum Lake Grapevine.

Zurück im Haus von Josy und Hans besichtige ich ihr Land – es ist riesig. Es hat viele Bäume, die Schatten spenden, was in Texas sehr wertvoll ist. Hans erzählt mir, dass sie eine eigene Quelle haben, aus welcher sie Wasser zum Bewässern nehmen. Tagsüber dürften sie nämlich sonst nicht bewässern.

Den Nachmittag verbringen wir mit einem kurzen Mittagschläfchen und dann mit einer Fahrt nach Fort Worth. Eindrücklich sind dort im neueren Teil wundervolle Wasserspiele, wie ich so noch nie gesehen habe (die Fotos folgen dann noch) und alten Teil wähnt man sich zurückversetzt in die alte Zeit der  Cowboys.

Nach dem Abendessen planen wir gemeinsam meine Weiterfahrt; ich entschliesse mich, am Montag weiter zu fahren. Dessert geniessen wir im Garten, umrahmt von Fackeln – nur Könige können so leben! Vergessen habe ich noch das erfrischende Bad in ihrem Swimming Pool.

Sonntag, 30. August

Brunch im etwas verrückten Gaylord in Grapevine. Dann Fahrt nach Fort Worth. Hans zeigt mir unterwegs, wo er arbeitet, nämlich in einem Personalrestaurant eines RIESIGEN Spitals.



Sonntag, 6. September

Kurz bevor ich das Hotel verlasse, telefoniere ich noch mit Küde (dem aktuellen Katzenvater) und Pamuk (meiner Katze, die allerdings ausser einem Miau nicht viel zu sagen weiss). Dann fahre ich weiter nach San Diego - unterwegs treffe ich wechselne Berglandschaften an und ich überquere wohl einen oder mehrer Pässe.

Mit GPS ist kein Problem, Terry, meine Gastmutter zu finden. Ich plaudere kurz mit ihr (oder viel mehr sie mit mir, denn sie sagt selber sehr schnell, dass viel spreche - was ich nicht verneinen kann). Dann lerne ich noch Chantal aus Kanada kennen. Sie ist bereits seit 3 Wochen hier und bleibt nochmals drei.

Anschliesend bringe ich das Auto zurück - mit GPS wiederum kein Problem, obwohl es mir scheint, dass ich stundenlang fahren müsse (stimmt wohl nicht). Von dort nehme ich gleich den Trolley (eine Art Tram) zur Stadt und setze mich dort ins erstbeste Restaurant, genehmige mir ein Turkey Sandwich und 2 Bier - nicht ganz billig (21 $), aber sehr schön!!

Mit Tram fahre ich weiter und habe unterwegs bereits ein interessantes Gespräch mit Fernando. Er rät mir auch, wo ich aussteigen soll. Ich wollte eigentlich den Heimweg (wenn ich schon so sagen kann) zu Fuss finden. Aber der Stadtplan (Yvonne Zollinger sei dank!) ist so klein gedruckt, dass ich mir plötzlich nicht mehr sicher bin und mich entschliesse, ein oder zwei Stationen zurück zu fahren (weil ich hier kein Taxi finde). Der freundliche Taxifahrer hat allerdings keine Ahnung, wo Leilany Way ist, aber ein Kollege telefoniert dann mit der Zentrale uns so finden wir wengistens die Richtung. Er, der Taxifahrer, ruft dann Terry an, mit der er natürlich Spanisch spricht. Und so komme ich endlich 'zu Hause' an.

Montag, 7. September

Heute ist Ausschlafen angesagt - es ist Labour Day (und Terry ist noch im Bett). Ich fahre in die Stadt und sehe mir schon mal den Standort der Schule an. Fahrt mit der Green Line zu Fashion Valley, einem riesigen Einkaufszentrum. Da macht das Einkaufen auch für Übergrössen wie ich eine habe, viel Spass und überhaupt fühle ich hier gar keine Übergrösse.

Den Abend verbringe ich mit Nachtessen zu Hause (Terry kocht für mich und Chantal - sie selber habe schon vorher gegessen) und anschliessend nochmals mit einer Fahrt in die Stadt (um mich anzugewöhnen), allerdings komme ich schnell zurück, da die Busse am Abend nur noch stündlich fahren (da ist ja sogar Iberg besser dran).

Dienstag, 8. September

Heute stehe ich sehr früh auf, weil ich um 08.20 in der Schule sein muss und die Fahrt dorthin (von Haus zu Haus gerechnet) dauert etwa eine Stunde. Im Schulgebäude angekommen, finde ich schon mal einen schüchternen jungen Mann vor, der ebenfalls die Schule sucht - jemand meint dann: 10. Stock. Dort sitzen wir dann schon bald einmal in einer Sitzgruppe und wissen nicht, was tun (wir sind glaub 9, 3 davon CH).

Ausser einer Frau (die etwa 45 sein dürfte), sind alle 26 und jünger bis 20.

Es folgt ein Einstufungstest mit 90 Fragen und dann müssen wir noch 3 Sätzli bilden (Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft). Alle sind glaub froh, dass es vobei ist. Über den Ausgang kann ich erst morgen schreiben. Nach der Pause kommt ein junger Mann, der uns die Regeln der Schule erklärt und vor allem auch die Umgebung, zunächst auf einem Plan und zum Schluss noch ganz praktisch mit einem Marsch in die nähere Umgebung. Horton Plaza ist wohl ein Begriff, den ich nicht vergesse, weil es ein RIESIGES Einkaufs- und Vergnügungszentrum ist. Da werde ich wohl jeweils nach der Schule hingehen und etwas essen (wir haben täglich von 08.40 - 12.20 Schule).

So und jetzt bin glücklich, den Blog wieder nachgeführt zu haben - dank wireless internet in der Schule

Mittwoch, 9. September

Gestern abend ist Art gekommen, der Enkel von Terry. Er wusste natuerlich sofort, dass im Passwort an zweitletzter Stelle eine Null ist, und kein o. Also funktioniert jetzt mein EMailzugang auch an meinem Wohnort.

Jetzt ist es Abend und ich versuche, den Tag an mir vorbei ziehen zu lassen. Es gäbe wohl hunderte von Details, die mir täglich ins Auge springen - es ist ohnehin meine Art, andere Länder zu geniessen, dass ich einfach schaue, staune oder mich wundere. Am Morgen bin ich wie immer (tönt zwar etwas überheblich beim zweiten Tag) mit dem Bus zur Trolley-Station gefahren. Im Bus steigt man immer vorne ein und zeigt brav sein Billett. Nun, das war ja früher in der Schweiz auch so. Wenn jemand mit einem Rollator oder einem Rollstuhl aussteigen will, dann lässt der Chauffeur (oder die Chauffeuse) zuerst die Rampe herunter, so dass diese Person bequem hinunter rollen kann. So könnte also auch Sabine mit dem Bus oder Trolley fahren. Wenn wir schon beim Bus sind:

diese wirken eher altmodisch, sind es aber vermutlich nicht, denn ein Mann staunte heute beim Einsteigen "that's a new bus". Vermutlich ist es ähnlich wie mit den Schul-Bus', die ja sehr veraltet wirken - aber ich denke, dass man die Modelle einfach über sehr lange Zeit nicht ändert.

Im Trolley ist es heute viel angenehmer - ich bin etwas später dran.

Dowtown - so sagt man der Innenstadt - treffe ich zunächst auf die Luzernerin (die auch nicht mehr zu den ganz jungen Hasen gehört). Leider hat sie an einem andern Ort Kurs. Ich werde dem Klassenzimmer Honolulu zugewiesen und der Lehrer heisst Von (ja, wie von), natürlich der Vorname. Ich finde ihn zwar sympathisch, von der Lehrmethode her allerdings sehr altmodisch. Wir müssen zu viert Zettel um Zettel durchgehen und die Wörter heraussuchen - was beim Thema Auto-Inneres und -motor nicht gerade spannend ist. Ein kurzes Rundumgespräch zeigt allerdings, dass nur der junge Spanier und ich das gleich sehen. Die junge Deutsche ist ein äusserst scheues und braves Ding, der junge Deutsche neben mir sehr fleissig, obwohl ihm diese Methode auch stinkt.

Ich geselle mich in der Pause zum Spanier, der am Empfang sich beschwert und nach einer andern Klasse verlangt. Da ein Wechsel nur am nächsten Dienstag möglich wäre, ziehe ich dies für mich nicht in Betracht. Die übrigen Stundenten (insgesamt 3 Spanier, 3 Deutsche, 1 Belgierin, 1

Kanadierin) scheinen ohnehin äusserst brav und folgsam zu sein, so dass ich mich entschliesse, eben das Beste daraus zu machen. Nun, lernen tut man ohnehin immer etwas.

Nach der Schule gehe ich wieder ins Horton Plaza, dem riesigen Zentrum, wo ich mir heute vom Inder ein Menu zusammenstelle - schmeckt sehr gut!

Dann gehe ich ein wenig durch die Strassen und steige schliesslich, als ich müde bin, wieder in den Trolley (= Tram). Ich bin ganz stolz, dass ich bereits einem jungen Fräulein (nenne ich so, damit man weiss, was ich meine) Auskunft geben kann, welchen Trolley sie zum College Center nehmen muss. Später am Tag hat mich dann noch jemand gefragt, ob dies die Orange Line sei, was ich zielsicher verneinen konnte. Da fühlt man sich schon fast als Einheimischer;-

Ich fahre dann noch etwa 40 Minuten mit dem Bus an einen Strand, wo es allerdings kaum Leute hat - und der Strand ist felsig, so dass ich mich mit Umherlaufen und Umsehen begnüge - schön ist es allemal, das Meer.

Bis ich dann wieder 'zu Hause' bin, ist es schon fast 18 Uhr, Zeit fürs Nachtessen bei Terry. Sie ist eine wirklich lebenslustige Person, die ihren Alltag glaub geniesst - ausser der Situation, dass sie sehr wenig Geld hat; sie lebt mehr oder weniger von den Einnahmen von Studenten.

Ihr Haus kostet sie offenbar monatlich 1600 $.

Donnerstag, 10. September

Den heutigen Bericht schreibe ich im Garten von Terry - sie wässert gerade ihren Rasen und die Blumen. Der Garten ist nicht sehr gross, aber ganz gemütlich. Und ich geniesse die Abendsonne - ich habe übrigens bisher noch nie lange Hosen getragen (mit einer Ausnahme, als ich in Grapeville mit Hans und Josy zu einem feinen Brunch gegangen bin).

Der heutige Schultag war wesentlich besser. Zu Beginn bekamen wir folgende Aufgabe: Ein Schüler umschreibt fünf Unterbegriffe von z.B.

"things to carry things in" und dann muss der Partner (oder die

Partnerin) erraten, dass ich den Begriff "Säckchen, um Essensreste nach Hause zu nehmen" meine, konkret wäre das dann ein Doggie Bag (das ist in Amerika ganz üblich, dass man sich Resten einpacken lässt, ob für den Hund oder für sich selber - das kontrolliert niemand.

Kurze Zeit später kam noch der Chef der Schule (er heisst glaub Matthias Müller = Mat Muller or Miller), um uns ohne Anwesenheit des Lehrers zu befragen, wo wir Probleme hätten. Offenbar hatten weitere Schüler sich schon beklagt, dass die Unterrichtsmethode etwas langweilig sei. Was auch immer jetzt anders sein mag: es war heute wirklich interessant, spannend und lehrreich, aber auch ermüdend.

Nach der Schule hatte ich das Bedürfnis, nicht einfach an einem Futterstand mich zu verplegen, sondern ein Menu serviert zu bekommen.

Ich entschied mich für ein chinesisches Restaurant. Das Essen und der Service waren ausgezeichnet und das Preis-/Leistungsverhältnis noch besser. Mit dem Trinkgeld ganze 17 $!

Ein wenig Umhergehen, auf einer Bank sitzen und einem komischen Paar zuhören (die Frau, hätte selber ein Problemfrau sein können, oder aber eine komische street worker-frau, sprach lautstark auf einen etwas verwahrlosten Mann ein - weshalb er dies und das nicht jenes....). Zum ersten Mal konnte ich auch eine Frau beobachten, die das Geschehen mit Befremden verfolgte. Normalerweise werden solche Auftritte nicht zur Kenntnis genommen.

Seit heute habe ich einen senior pass, ein Monatsabo für 18 $ - ein normales würde 78 $ kosten bzw. ein 4-Tage-Pass 15 $. Herrlich, ein Senior zu sein. Auch im Bus ist es völlig klar, dass man aufsteht, wenn ein Herr wie ich noch keinen Platz hat!

Gegen 16 Uhr musste ich nach Hause, to take a nap - ein Mittagsschläfchen machen. Und jetzt wird es dann bald Zeit, dass Terry das Nachtessen auftischt.

Ich habe mir vorhin Gedanken gemacht, wie ich die nach der Schule verbleibenden 3 Wochen verbringen will. Ev. Death Valley, dann Josemite Nationalpark und ganz gerne würde ich dann nach New Glarus fahren, was allerdings etwa weitere 2'200 Meilen (3'500 km) wären.

Freitag, 11. September

heute ist 9/11, der Tag, den Amerika nie vergessen wird und natürlich auch nicht. Allerdings spüre ich heute nichts davon - am Fernseher wird es möglicherweise zu spüren sein.

Wir hatten heute wiederum einen sehr interessanten Schul-Morgen: der Lehrer hat sich richtig gemacht für mein Gefühl - total anders als am ersten Morgen.

Dier Erlebnisse des heutigen Tages sind schnell erzählt (übrigens schaue ich gerade jetzt eine Wissens-Show fast wie in der Milionenshow: die Kanditatin musste für 170'000 $ wissen, auf welchem Kontinent der Rhine River sei......., fast lächerlich für Schweizer; nun, sie hat es gewusst).

Ich bin nochmals kurz shopen gegangen, 2 T-Shirts und zum ersten Mal habe ich eine Verkäuferin gesehen, die eine Schweizerin hätte sein können, nämlich unfreundlich! Nun, ich erinnere mich natürlich auch an sehr freundliche CH-Verkäuferinnen.

Dann zurück mit dem Trolley - Bier einkaufen, um den Feierabend zu geniessen. Nachtessen mit Chantal und Terry und jetzt TV schauen; um nochmals wegzugehen, dazu ist mir der Weg einfach zu weit.

Samstag, 12. September

Heute morgen ist Wäsche angesagt, d.h. Terry hat meinen Sack Wäsche gestern schon in die Waschmaschine gesteckt und heute morgen kann ich alles aus dem Tumbler nehmen und schnell zusammenlegen.

Etwa um 11 Uhr (es ist ja schliesslich Samstag) mache ich mich auf den Weg zum Pacific Ocean. Dort gefällt es mir sehr gut - ich liege etwa eine Stunde am Strand (dies nur, weil es etwas bewölkt ist). Zum Baden sind mir die Wellen zu hoch - es sind auch praktisch nur junge Surfer unterwegs im Wasser.

Am Strand liegen macht auch hungrig und so gehe ich zum nächsten Restaurant, wo ich auf das Höflichste von einem jungen Mächden empfangen werde - sie macht mir sogar ein Kompliment zu meinem Hut! Vielleicht bin ich dadurch beim Bestellen etwas aus dem Konzept geraten - ich bekomme nämlich gegrillte Shrimps (was offenbar Krabben sind). Nun, da heisst

es: da musst du durch! Und siehe da, sie schmecken mindestens nicht nach Fisch, sondern eher nach gebratenem Speck. Ganz so wohl ist es mir trotzdem nicht und ich hätte jetzt ganz gerne einen Espresso und einen Nussgipfel. Da ich dies nicht finde, mache ich mich auf den Weg zum Bus (es ist ja mittlerweile doch schon etwa 16 Uhr). Unterwegs will die nette, ältere Bus-Chauffeuse die Türen schliessen, schüttelt dann dann den Kopf und steigt aus (I hope it is not what I think..., sagt sie noch). Was sie sich gedacht hat, weiss ich nicht, aber sie ruft unmittelbar, nachdem sie den Bus von aussen betrachtet hat, die Zentrale an. Und so wird es bald einmal klar: wir steigen aus. Es dauert dann etwa eine knappe halbe Stunde, bis einerseits der Mechaniker kommt und anderseits ein Ersatzbus. Die Frau ist etwas zu bedauern, sie sagte nämlich zu mir: this is my last run - es wäre also ihr Feierabend - und ob ihr die Überzeit gutgeschrieben wird, das ist wohl fraglich.

Nach längerer Fahrt zurück in der Innenstadt genehmige ich mir zuerst einen Kaffee und einen Pumkin-Pie. Dann schlendere ich durchs Gaslamp Quater, dem Quartier, in dem was los ist. Zu gerne wäre ich in der Gartenwirtschaft gesessen, in welcher ein Mann Country-Lieder sang - aber leider war das eine Fisch-Beiz (und selbst wenn es noch andere Sachen gab, es fischelte halt doch.....).

Da seit dem Kafi doch wieder einige Zeit vergangen ist, setze ich mich dann in ein italienisches Beizli (natürlich warte ich wie immer höflich am Eingang, to be seated - also um einen Platz zugewiesen zu bekommen.

Ich habe einen guten Tag: wiederum bedient mich ein äusserst liebenswürdiges Mädchen! Da fällt mein Trinkgeld dann doch etwas höher als 20 % aus (15-20 sind normal).

Und jetzt mal etwas Infos aus dem Internet:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kalifornien

Der offizielle Beiname Kaliforniens lautet „Golden State“ (Goldener Staat).

http://de.wikipedia.org/wiki/San_Diego

Wegen des angenehmen Klimas wird San Diego von seinen Bewohnern gern als /America's Finest City/ bezeichnet. Die Strände am Pazifik erfreuen sich bei Surfern großer Beliebtheit.

Die Stadt wurde in den letzten Jahren zu einem der bedeutendsten Zentren der Telekommunikationsbranche

http://de.wikipedia.org/wiki/Telekommunikation

Das hättet ihr - ich meine meine treuen Blog-Leserinnen und -Leser - auch selber nachsehen können.

  

Sonntag, 13. bis Donnerstag, 24. September (folgt in einer Nachfassung). 

  

Freitag, 25. September

Die Fahrt aus San Francisco ist einfach, obwohl ich mich ein paar Mal verfahre, aber durch Carmen (Rosmarie in den Staaten nennt ihr Garmin so) finde ich jeweils schnell zurück.

Während langer Zeit bleibt es neblig – gegen die Route 1 hin wird es langsam ein wenig sonnig. Sonne und einige Nebelstreifen wechseln sich ab, aber insgesamt bietet sich ein einmaliger Blick auf den Pazifischen Ozean. Ich fahre den unendlichen Klippen entlang und kann mich kaum satt sehen. Irgendwo unterwegs gibt es ein ganz tolles Hotel, welches allerdings ausgebucht ist. Und so kommt es wie es kommen muss: Ich lande im Ragged Point Inn, dem absolut besten Motel und Restaurant, welches ich bisher erlebt habe (allerdings darf ich die Kosten der Übernachtung und des Nachtessens hier nicht nennen – denn man weiss ja nie, ob Erika Buchser meinen Blog lesen kann – wenn auch nicht auf dem eigenen Computer, so doch bei einer ihrer Nichten….).

Samstag, 26. September

See-Elephanten in grösseren Mengen gesehen. Übernachtung bei Don’s Motel, vermutlich einem Vietnamesen. Essenbeim Italiener.

Sonntag, 27. September

Die Weiterfahrt ist nichts Besonderes - besonders, weil es überall leicht neblig ist und das Grau drückt irgendwie auf meine Stimmung (ich habe den momentanen Verlust meines Blogs glaub noch nicht überwunden). Und so fahre ich und fahre - weit ist es bis San Diego ohnehin nicht mehr. In Carlsbad wäre ich wohl noch etwas am Meer geblieben, aber die graue Stimmung und die eher kühle Witterung lassen mich weiter fahren. In San Diego scheint wieder vollumfänglich die Sonne, so wie ich es mir immer gewohnt war. Und das lässt komischerweise heimatliche Gefühle aufkommen. Ich fahre mit dem GPS ein wenig den Hotels und Motels nach und entscheide mich letztlich für Best Western im 14. Stock (Bayside = Sicht auf die Bucht). Und das lohn sich wirklich. Ich gehe nicht mal auswärts essen, sondern bringe das Auto noch zurück (ob heute abend oder morgen Vormittag macht ja keinen grossen Unterschied). Dann kaufe ich mir etwas Wein und geniesse die herrliche Abendstimmung vom Zimmer aus!
Aussicht

Montag, 28. September

Ich verbringen einen gemütlichen Tag - zuerst geniesse ich Kafi, Orangensaft und Cereals; dann wandere ich im wahrsten Sinne zum Santa Fe Depot = Bahnstation. Ich habe mich entschieden, mit der Bahn zu fahren und nicht mit dem Flieger. Ich werde am Dienstagnachmittag (CH=Mitternacht) in den Zug steigen - in Los Angeles steige ich um und bin dann bis Donnerstagnachmittag im Zug, also volle 48 Stunden. Die Dame am Schalter fragte mich freundlich, ob ich gerne einen Schlafwagen haben möchte....ja gerne, aber: der Preis dafür wäre 9 x höher gewesen, nämlich $ 1'150 statt jetzt nur 145 für mein Seniorenticket. Ich denke, mit etwas Schlafen, Essen, Lesen, Schauen usw. werde ich die Reise sicher gut über die Bühne bringen. Ich werde also meinen nächsten Eintrag vermutlich erst am Donnerstag, 1. Oktober gegen Abend (Schweiz nach Mitternacht, also gegen Freitagmorgen) machen. Mit dem Ticket im Sack kann ich den restlichen Tag jetzt geniessen - bzw. zuerst noch die Wäsche in die Wäscherei bringen, damit ich genügend habe für die restliche Reise. Dann fahre ich mit dem 7-er zum Zoo (mit der Zeit wird San Diego eben wirklich sehr vertraut). Und der Zoo lohnt sich wirklich!! hätte ich nie gedacht - es ist eine riesie Fläche mit Hügeln dazwischen und einer Seilbahn, die über den Zoo hinweg fährt (im Preis von 31.50 $ für Senioren inbegriffen).

skyway_ww2006zoo

Als ich ankomme, mache ich zuerst einmal eine Busrundfahrt (alles inbegriffen), um mir einen Überblick zu verschaffen. Zwischendurch kann man immer wieder den Bus benützen. Und so geht die Zeit schnell vorbei - auch wenn ich nicht gar so viele Tiere gesehen habe - müde bin ich alleweil. Ich fahre wieder in meine Hotelsuite zurück und geniesse den wirklich wunderschönen Ausblick auf die Bucht von San Diego - fast wie ein König (nun, dafür wird die Zugfahrt vermutlich etwas weniger königlich).

Dienstag, 29. September

 
Nach dem Morgenessen (bei welchem eine Schweizerin schön ganz genervt nach den Eiern fragte) gehe ich schnell zum Waschsalon und gleichzeitig zur netten Frau, die mir während der Schulzeit immer einen feinen doppelten Espresso gemacht hat. Sie hatte mich offenbar schon vermisst und betont nochmals, wie nett es gewesen sei, mit mir zu plaudern. Anschliessend treffe ich noch auf Dave, einen verwahrlosten Obdachlosen, der offenbar mal wegen einer Sex-Geschichte im Gefängnis war. Wenn ich nicht betont hätte, ich müsse jetzt weiter, so hätte er glaub noch lange geschwatzt (ich gab ihm dann noch Münz - so im Sinne von 'häschmer en Stutz).

Fahrt nach Chicago, die am Donnerstag, 1. Oktober am Nachmittag endet

Reiseroute: San Diego-Los Angeles, dort umsteigen und: Fullerton, Riverside, San Bernardino, Victorville, Barstow, Needles (bisher alles California), dann in Arizona: Kingman, Williams, Flagstaff, Windstow, dann in New Mexiko: Gallup, Albuquerque, Lamy, Las Vegas, Raton, dann in Colorado: Trinidad, La Junta, Lamar, dann in Kansas: Garden City, Dodge City, Hutchinson, Newton, Topeka, Lawrence, dann in Minnesota: Kansas City, La Plata, Fort Madison, dann Illinois: Galesburg, Princeton, Mendota, Naperville, Chicago.

Nachdem ich das Hotelzimmer um 12 Uhr räumen muss, gehe ich zu Fuss zur Bahnstation, die wirklich keine 10 Minuten entfernt ist. Ich frage beim Baggage-Schalter, ob ich den Koffer aufgeben kann; klar, kann man, aber er darf nicht über 50 lbs ein und meiner ist es. Also nehme ich den Dictionnary und die Turnschuhe raus und dann passt es. Dafür darf mein Koffer dann direkt nach Chicago reisen und ich muss ihn beim Umsteigen nicht selber umladen. Ich habe noch Zeit und auch schon wieder Hunger, so dass ich ein letztes Mal ins Horton Plaza ins Restaurant mit der Mandarin Kitchen essen gehe. Und schon ist es Zeit, zurück zum Bahnhof zu gehen (noch schnell eine Unterhose gekauft, denn aus dem Koffer kann ich ja nichts mehr rausnehmen und für 48 Stunden Reise habe ich zwar ein T-Shirt und die langen Hosen im Rucksack, aber die Unterhose habe ich vergessen umzupacken).

Die Abfahrt des Zuges gestaltet sich sehr formal. Man steht brav in eine Warte-Linie und geht artig erst aufs Perron, wenn die Zugführerin es sagt. Im Zugabteil ist es sehr bequem, so dass ich mich zuerst nochmals vergewissere, ob dies nicht etwa 1. Klasse sei, besonders weil ich am Platz eine Steckdose vorfinde, so dass ich ohne weiteres am Platz diesen Bericht jetzt schreiben kann. Und jetzt habe ich sogar Zeit, die Bilder mal zu beschriften. Und so habe ich zweierlei Bilder: meine von der Kamera und diejenigen, die draussen vorbeiziehen. Leider sind die Zugfenster ziemlich schmutzig, so dass ich keine neuen Bilder machen kann.

In Los Angeles muss man zuerst in den Wartesaal, von wo man dann wieder fürs boarding aufgerufen wird. Mein reservierter Platz ist leider eine Niete, insofern, als neben mir ein junger schnodriger Schwarzer sitzt, dies bereits auf meinem Fensterplatz. Er macht keinen Wank, so dass ich den „attendant“ nach einem andern Platz frage. Die attenandt’s scheinen sich aber mehr als Kontrollorgane denn als Kundendienst zu verstehen (da müsste die corporate identity mal neu geformt werden). Nun, nach einigen klaren Versuchen meinerseits, einen neuen Platz zu bekommen (we are completly booked ist die stereotype Antwort), entwickle ich verschiedene Strategien: 1. an einem grösseren Ort aussteigen – da spricht dagegen, dass mein Koffer ja die Anweisung bekommen hat, direkt nach Chicago zu fahren, 2. mich auf keinen Fall ärgern und 3. Für alle Mahlzeiten in den Speisewagen gehen, 4. Zwischendurch auf einem freien Platz mich auszuruhen (es hat bisher nämlich viele freie Plätze, die möglicherweise im Laufe des Mittwochs durch zusteigende Gäste belegt werden) und 5. Den grossen Teil der Reise im Salonwagen zu verbringen (da hat es riesige Fenster, auch im Dach – so wie beim Glacier-Express). Und so wird meine Reise glaub doch noch wunderschön. Es ist jetzt Ortszeit kurz vor 6 Uhr am Morgen – ich konnte auch auf dem freien Sessel nicht recht schlafen – die sind sehr unbequem. Um 6.30 gibt es glaub Zmorge.

Es ist jetzt bereits 8.55 (aber die Zeit hat sich um eine Stunde vorgestellt – also bin ich nur noch 8 Stunden hinter der Schweiz) und ich habe gemütlich Zmorge gegessen; da war wieder das Ehepaar – Caroline und David sowie ein weiterer Mann, der sich sofort mit Händedruck und Vorname vorstellt. Jetzt fahren wir gerade durch eine unendliche Weite, am Rande mit einer Bergkette verziert. Das Wetter ist strahlend schön und so geniesse ich die Fahrt im Launch Car.

In Albuquerque hält der Zug fast zwei Stunden, Zeit, um die Beine zu vertreten. Als ich zum Zug zurückspaziere, treffe ich auf Linda, die nette Kellnerin. Sie fragt mich nach meinem Sitzplatz und ist auch der Meinung, dass der attendant etwas hätte tun können. Nun, mittlerweile ist es mir egal, da ich im Launge Car am Tisch sitzen und bequem ans Fenster lehnen kann und so werde ich wohl ein paar Stunden schlafen. Zwischendurch besuche ich Shirley, die wackere, schwarze Kellner im Untergeschoss, sie führt eine Art Kiosk.

Auf der Weiterfahrt hält der Zug, weil offenbar eine Frau keine Luft mehr bekommt. Kurz darauf fährt die Feuerwehr vor, die auch Sanitätsdienste versieht (das hatte mir auch Hans Stettler erzählt). Nach einem gemütlichen Nachtessen, diesmal mit andern 3 Leuten, kehre ich in den Lounge Car zurück. Beim Nachtessen habe ich mit der Frau an unserem Tisch noch französisch gesprochen (sie hatte ein Jahr in Bordeaux studiert). Im übrigen habe ich jedoch noch niemanden eine Fremdsprache reden gehört (ich meine anders als Englisch).

Donnerstag, 1. Oktober

Heute Morgen ist es beim Morgenessen (wieder schon um 6.30, weil ich ja im Hocken ohnehin nicht so gut schlafen kann) noch dunkel. Aber ich glaube, die Zeit hat wieder gewechselt. Vermutlich bin ich der Schweiz jetzt nur noch 6 Stunden hintennach. Zudem ist es trüb und regnerisch – ja, daran und an lange Hosen muss ich mich jetzt wohl wieder gewöhnen, nachdem ich zuvor 4 Wochen in kurzen Hosen herumgelaufen bin.

Es ist erstaunlich, wei pünktlich der Zug letztlich in Chicago ankommt - offenbar sind da Reserven eingeplant - eine Zeitlang hatten wir nämlich fast 40 Minuten Verspätung, dann wieder 30 Minuten vor der Zeit.
Ich glaube, es waren wirklich alle sehr froh, am Ziel angekommen zu sein. Das Perron war eng und düster und man musste lange gehen, um zum baggage claim zu gelangen. Anschliessend habe ich müde und im Verlangen nach einem baldigen Motel-Zimmer den Hertz-Schalter aufgesucht und schon bald bin ich wieder im eigenen Auto mit GPS gesessen. Im sehr dichten Abendverkehr gelangte ich nach längeren Abzweigern und nochmals neue Route berechnen (ich meine das GPS) auf einen freeway Richtung West. Und jetzt bin ich im Motel 8 in Elgin, etwa 65 km westlich von Chicago. Alle Orte, die ich angebe, kann man auf Google Maps ohne weiteres finden. Oft muss man aber den Staat noch angeben, also hier z.B. Elgin Il (Ilionis).

Am Freitag fahre ich weiter nach New Glarus MN, von dort dann nach Chagrin Fall OH und am Schluss nach Philadelphia, von wo ich zurückfliegen werde.


Freitag, 2. Oktober

Es ist ein merkwürdiges Gefühl, wenn ich Richtung New Glarus fahre. Während der Fahrt ist es teilweise sonnig, teilweise regnerisch. In New Glarus treffe ich gerade auf einen Umzug von Schülern, die irgend ein Fest feiern. Ein Schüler hatte auf dem Rücken den Namen Marty - einen Duerst habe ich leider nicht gesehen, dafür um so mehr davon auf dem Friedhof. Ich werde nach der Rückkehr mal die Namen meines Stammbaums mit den Friedhof-Namen vergleichen.
In Roberts Swiss Imports kaufe ich eine Kuh für meine Sammlung. Die Verkäuferin spricht Berndeutsch - sie ist offenbar in den 80er-Jahren hierher gekommen, was damals noch möglich war.

 
Ich logiere im Landhaus Inn in New Glarus, wo alles sehr schweizerisch aussieht. Auf Empfehlung der netten älteren Dame am Empfang gehe ich nachher ins Hotel New Glarus, wo ich einen Sauerbraten mit Rotkraut und Spätzli wähle (ich hätte tatsächlich auch Kalberwurst haben können). Offenbar spricht der Besitzer noch Deutsch - ich verlange aber nich nach ihm, da es sehr viele Gäste hat. Auf auf den volkstümlichen Abend mit den Zweifel Brothers verzichte ich, weil im Sääli schon fast alle Sitze besetzt sind - und es mir auch plötzlich etwas zuviel des Schweizer-Brauchtums wird, obwohl ja alle Englisch sprechen (auf der Tafel unten ist man zwar stolz, dass Swiss German Dialect noch gesprochen wird). 
Die Entstehungs-Geschichte, die sich genau 100 Jahre vor meiner Geburt abgespielt hat:
New Glarus Entstehung

 

Samstag, 3. Oktober


Nach einem sehr guten Zmorge (offenbar haben die Glarner, ihr Wissen, Rösti zu machen, überliefert) fahre ich zuerst zur Durst Road (werde später Fotos davon hochladen). Diese Strasse wirkt sehr ruhig und offenbar wohnen nicht die Ärmsten dort (ob es noch Durst's an dieser Strasse gibt?). Anschliessend besuche ich das Museum der New Glarus Historical Society - das Museum wird rein privatrechtlich durch einen Verein betrieben und ich habe das Glück, dass die eben stattfindende Führung durch den Präsidenten selber gemacht wird: Hans Marty bzw. John Marty. Er reagiert sofort erfreut auf mich und meint "ich cha na Düütsch rede" und so macht er während der Führung immer wieder private Bemerkungen auf Deutsch zu mir oder er erklärt etwas über die Schweiz und verlangt dann meine Zustimmung. Das Museum ist für mich wirklich sehr interessant und John Marty weiss sehr viel. Er ist hier geboren, hat aber das Glarnerland auch schon besucht. Die Geschichte über die Emigranten ist spannend und ist unter anderem hier nachzulesen: http://www.swissinfo.ch/ger/news/magazin/New_Glarus_ein_Flecken_Schweiz_im_Herzen_Amerikas.html?siteSect=119&sid=9722182&rss=true&ty=st.
Für mich hat sich die etwa eine Stunde dauernde Führung sehr gelohnt. Der Verein hat in vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden alte Sachen zusammengesucht und sie in diesem charmanten Museum attraktiv ausgestellt. Zur Frage des noch gesprochenen Schweizerdeutsch meint John Marty, dass dieses langsam aussterben werde, da keine Schweizer nachkommen (dürfen).

So ist es bereits etwa 13.30, bis ich von New Glarus wegfahre. Durst's habe ich keine getroffen, gemäss Telefonbuch leben aber noch welche hier. Auf der dank GPS gemütlichen Weiterfahrt (man kann immer wählen, ob man schnell oder auf möglichst wenigen freeways (highways) fahren will und ich wähle immer möglichst wenige. Etwas verzögert meine Reise dann aber im späten Nachmittag: Das Lämpchen 'Maint Reqrd' leuchtet auf und wie ich es verstehe, will das Auto seinen ihm zustehenden Service haben. Also wähle ich auf dem GPS die nächstgelegene Hertz-Station in einem Flughafen = Milwaukee, noch etwa 140 km zu fahren. Und so habe seit heute abend ein feines Auto, einen roten Mercury. Der hat einen wunderbaren Ton beim Beschleunigen und ich sitze königlich darin. Es geht natürlich wieder einige Meilen, bis ich alle Bedienungsknöpfe im Griff habe - aber die GPS-Frau hat die gleiche Stimme! Es wird immer dunkler und so drücke ich für die Route mal cancel und suche nach einem Hotel. Und jetzt sitze ich im Comfort Inn in Gurnee IL (etwa 44 miles von Chicago entfernt).

 

Sonntag, 4. Oktober

 

 Die heutige Reise führt gemütlich über Strassen unterschiedlichster Art. Die Landschaftsbilder bleiben sich in etwa gleich – riesige Weiten, durchmischt mit Dörfern und Städten. Mein Ziel ist es heute, Cleveland näher zu kommen, weil ich ja noch Rosmarie, meine Schulfreundin (von Gfätti bis und mit Handelsschule), besuchen will. So lande ich letztlich in Maumee, ca. 140 miles von Cleveland entfernt. Leider habe ich trotz wireless hier keinen Internetempfang auf meinem Netbook.

Auffallend waren heute in der Gegend von Chicago einige oder mehrere Schnell-Fahrer, die etwa 90 miles gefahren sein dürften. Offenbar gibt es sie hier doch auch, die dummen Raser. Nun, wenigstens hupen sie weder akustisch noch mit Licht. Wäre vielleicht zu auffällig, weil die Polizei doch sehr häufig anzutreffen ist.

Was noch zu erwähnen ist: ich habe von weitem einige solcher Bilder gesehen (das nachfolgende ist vom Internet):

amish

Es sind die amish people, die in dieser Gegend leben (siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Amische).

Montag, 5. Oktober

Heute ist ein strahlend schöner Herbsttag und so fahre ich locker die restlichen 140 miles (gestern waren es 320 ca.). Ich habe jetzt ein Hotelzimmer in Solon OH und fahre nachher an die Chillicothe Rd zu Rosmarie und Bill. 
Hier ein Foto vom letzten Besuch:
P1030831  

Zum Tagesverlauf kann ich weiter nichts erzählen.
Die zuletzt hochgeladenen Fotos: http://picasaweb.google.ch/pamukcat/USA_Okt3_5?feat=directlink

Dienstag, 6. Oktober

Nach einem sehr gemütlichen Abend mit Rosmarie, Bill und Bruce (einem Freund der Beiden) werde ich heute Richtung Philadelphia weiter fahren. Doch zuerst besuche ich noch ein grosses Outlet-Center, wo es günstig Kleider zu kaufen gibt.
Ja, das hat sich gelohnt - Socken, Unterwäsche, Hemden, Shirts, Parfum und Kleinigkeiten. Einfach wunderbar, da werde ich bestimmt wieder hinfahren, wenn ich in der Gegend bin.

Anschliessend fahre ich noch etwa 160 km weiter - zu mehr reichts nicht mehr, denn bereits bin ich wieder etwas müde vom Fahren (und vielleicht auch vom Einkaufen). Ich lande in Mercer PA. Unterwegs habe ich übrigens wieder einige Male dieses Schild gesehen - leider aber keine Wagen.
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Mittwoch, 7. Oktober

Der Bericht zum heutigen Tag ist schnell geschrieben: ca. 450 km Auto fahren, kaltes, regnerisches, windiges Wetter - schade, denn eigentlich hätte es heute schöne Herbstfotos gegeben. Die Wälder färben sich mehr und mehr. Ich bin in White Heaven PA gelandet und fahre morgen bis zu Teresa.

Donnerstag, 8. Oktober

Heute scheint sich ein wunderschöner Tag anzubahnen. Die Sonne scheint und es wird im Lauf des Tages fast 22°, also kompensiere ich das Schweizer Wetter von gestern Donnerstag (als es dort offenbar Werte gegen 30° gegeben hat). Die Route, welche mir Miss GPS vorschlägt, ist ebenfalls wunderschön – viele Routen mit Bäumen und Wäldern. Besonders als ich mich Philadelphia nähere, fahre ich eine lange Strecke dem Delaware River entlang, eine wirklich scenic route! Unterwegs kaufe ich noch ein zweites Köfferchen – eigentlich hätte zwar alles in meinem Koffer Platz, aber auf dem Internet habe ich nachgelesen, dass man wohl zwei Gepäckstücke aufgeben darf, wovon aber keines über 23 kg schwer sein darf. Also verteile ich meine Sache jetzt auf zwei Gepäckstücke (ob das damals mit Erika zusammen auch so gültig war? Ich bezweifle es, denn Erika hatte ja wirklich zwei schwere Koffer). Kurz nach halb fünf p.m. erreiche ich Cherry Hill, den Ort, wo Teresa wohnt. Sie empfängt mich herzlich wie immer (nun, es ist immerhin das dritte Mal) und wir plaudern einige Zeit über meine Reise. Dann geniesse ich ihre Küche (Pouletschnitzel, Reis,  Broccoli und Salat), was ich nach all den vielen Schnell-Ess-Ställen sehr geniesse (das war ja letzthin bei Rosmarie auch der Fall).

Die grosse Familienshow wird dieses Mal ausbleiben. Die Familie ihres Sohnes ist mit verschiedensten Aktivitäten ausgebucht (der 8-jährige hat glaub Training und der Vater ist beim Training dabei, die 4-jährige hat auch irgendwelche Stunden usw. usw.). Ja, sie sind aktiv, die amerikanischen Familien. Aber dies ist ja in den Schweizer Familien teilweise auch so.  

Und jetzt heisst es: einen letzten Tag geniessen – vielleicht fahre ich mit Teresa morgen nach Atlantic City.

Freitag, 9. Oktober

Teresa ist glaub ein Nachtmensch – ich stehe um 8.30 ca. auf und gehe mit meinem Computer ins Esszimmer. Das gibt mir etwas Zeit, um Fotos zu ordnen bzw. die Ordner neu zu beschriften. Jetzt um 9.30 höre ich Teresa – sie steht auch auf. Das ist mir sehr sympathisch – also keine senile Bettflucht. Ich habe gestern gestaunt, wie weit die mittlerweile 76-jährige Frau gereist ist – sie war auf allen Kontinenten und in sehr vielen Ländern. Offenbar hat sie von ihrem verstorbenen Mann her eine gute Pension. Sie hat mir erzählt, dass sie ihr Haus mit 9‘600 $ versteuern muss (vielleicht auch, weil ihr das Haus zu 100% gehört).   

Etwa um ein Uhr fahren wir los und Teresa schlägt vor, Janet einen Besuch zu machen, da sie entgegen ihrer Annahme bereits wieder zu Hause sei. Ihr Mann Harry hingegen sei heute zum Golfen gegangen. So sitzen wir etwa eine halbe Stunde in der Stube von Janet, die nächstes Jahr 80 wird. Anschliessend fahren wir weiter auf dem Weg nach Atlantic City, einer Gambler-Stadt – da war ich auch schon einmal, aber ich freue mich sehr, diesen Ort nochmals zu besuchen. Von Teresa nach Atalantic City sind es ca. 55 miles, also knapp 90 km – ein Weg natürlich. Aus der Parkgarage gelangen wir direkt in den ersten Gambler-Saal – eine verrückte Welt, aber doch sehr schön. Wir gehen dann ein gutes Stück dem Atlantik entlang, um letztlich in einer weiter Einkaufsstadt (so muss man die einzelnen Zentren fast nennen) zu essen – mit Blick auf den Atlantik. Wundervoll, dieser letzte Abend in den Staaten. Nach einem feinen doppelten Espresso verlassen wir die Stadt des Glücks – für die meisten Leute wohl eher des Unglücks, weil sie bestimmt Geld verlieren – und ich gelange dank live-GPS-Teresa sicher nach Hause. Unterwegs muss ich noch tanken, da der Tank fast leer ist – für 40 $ ist er wieder randvoll. Ja, das sind noch Benzinpreise – davon würden die Schweizer träumen.

Zu Hause bei Teresa setze ich mich an den Computer und reserviere meinen Sitz im Flugzeug und drucke erstmals in meinem Leben den Boardingpass selber aus – wow, was für ein Gefühl!

Samstag, 10. Oktober

Jetzt ist er gekommen, der Tag meiner Heimreise – ein merkwürdiges Gefühl: einerseits stimmt es mich ein wenig traurig, wenn ich die Weite dieses Landes nicht mehr haben werde, andererseits freue ich mich sehr auf meine gemütliche Wohnung, auf Pamuk, auf Freunde, die ich lange nicht mehr gesehen habe und und….

Jetzt um 14.15 sitze ich bereits am Flughafen und warte, bis der Schalter um 15.15 öffnen wird. Leider gibt es in dieser Schalterhalle kein wireless internet – eigentlich komisch, wenn man bedenkt, wie viele Passagiere heute mit dem Laptop unterwegs sind. Nun, es geht ja auch ohne ;-)

Sonntag, 11. Oktober

Punkt 12 Uhr mittags landet British Airways in Zürich und muss dann noch eine Weile Geduld haben, bis ein Parkplatz frei wird. Müde, zufrieden und doch in etwas komischer Stimmung mache ich mich auf den Heimweg. Mein Kollege Küde macht Gschwellti zum Zmittag, was ich das Grösste finde - nach so etwas habe ich mich oft gesehnt - denn trotz meiner Schwärmerei für die USA bleibt halt das Essen - vor allem in den Futterställen - etwas gar durchschnittlich....

 



 

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